Die Sexualität im Wilden Westen wurde für die Menschen dort von verschiedenen Aspekten (ihr Alltag, ihre Berufe, die jeweilige Kultur) beeinflusst. Es gab jedoch eine ganz andere Grundlage als heute; die Arbeit war hart, die hygienischen Möglichkeiten waren begrenzt, Ärzte teilweise rar und die Lebensweise war rau.
Ehe und Familie waren dennoch ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft und ein Ideal, das von den meisten angestrebt wurde. Allerdings war dieser Wunsch nicht immer so einfach zu erfüllen, wie erhofft, da es einen höheren Männeranteil gab (siehe Frauen im Wilden Westen).
Homosexualität wurde nicht öffentlich ausgelebt, geschweige denn von den meisten Menschen akzeptiert. Homosexuelle Paare lebten ihre Beziehungen diskret und im Geheimen aus, um Anfeindungen oder gar ihrem eigenen Tod zu entgehen. Es gab allerdings keine spezifische Gesetzgebung gegen Homosexualität im Wilden Westen, es wurde einfach als "nicht normal" empfunden.
Das Team distanziert sich persönlich von diesen Gedanken und Einstellungen, jedoch gehörten sie zur damaligen Zeit dazu. Und möchtest du einen Charakter verkörpern, der eine andere sexuelle Orientierung auslebt, als die damalige "Norm", sei dir darüber im Klaren, dass dies mit Problemen und Geheimnissen verbunden war. Wir sprechen hier von gesellschaftlicher Ächtung, Diskriminierung, Gewaltandrohungen und körperlichen Angriffen. Vor allem in den südlicheren Gegenden der USA (bei uns Lemoyne) wurde Homosexualität als Sünde, als Perversion oder gar als Verbrechen angesehen. So schaffte Illinois bspw. als erster Staat seine Gesetze gegen "sexuelle Perversionen" erst 1962 ab.
In manchen Bundesstaaten gab es zur damaligen Zeit sogar Todesstrafen für Menschen mit anderen sexuellen Orientierungen. Gleichgeschlechtliche Beziehungen zwischen Frauen waren ebenso geächtet, wie zwischen zwei Männern, allerdings wurden diese weitaus weniger verfolgt und teilweise sogar milder bestraft.
1896 wurde Homosexualität als eine Form der Geistesstörung bezeichnet. Eine "Störung" die, laut damaligen Schriftstücken, dramatische gesundheitliche Folgen habe, wie Wahnsinn, Epilepsie, Idiotie, Lähmung, Schlaganfälle, Erblindung, Hypochondrie und Schwindsucht.
Die indigenen Völker besaßen jedoch eine andere Einstellung zu diesen Themen. Es gab sogar eine spezielle Kategorie für Männer, die Frauenkleidung trugen, "Frauenarbeit" nachgingen, sexuellen Umgang mit Männern hatten und innerhalb der Gemeinschaft eine besondere spirituelle Funktion übernahmen. Diese Menschen wurden als Two-Spirits bezeichnet und nicht als homosexuell eingestuft. Man ordnete ihnen einem dritten oder vierten Geschlecht zu, dessen Besonderheit darin bestand, dass in ein und demselben Körper zwei Seelen wohnten. Aber (leider) gab es natürlich Siedler, denen dieses Konzept der Two-Spirits ein Dorn im Auge war und die eine Ausrottung dieser Menschen befürworteten.
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